Seliger Adolph Kolping

Er wurde am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln als viertes Kind eines Schäfers geboren und wuchs unter bescheidenen Verhältnissen auf.

Nach der Volksschule erlernte Adolph das Schuhmacherhandwerk. Er war einige Jahre in diesem Beruf tätig, doch wagte er trotz Krankheit und Sorge um den Lebensunterhalt mit 23 Jahren den Eintritt in das Marzellengymnasium in Köln. Mit großer Energie und Fleiß machte er in kürzester Zeit das Abitur. Für ihn war es auch die Zeit des Ringens und Suchens.

Foto: Portrait

Sein Weggefährte Sebastian Georg Schäffer schrieb:

„Er betete viel und inbrünstig um Erleuchtung von oben, und je mehr er betete und betend mit Gott überlegte, desto unabweislicher drängte sich ihm der Gedanke auf, ein Geistlicher zu werden. Dieser Gedanke befestigte sich in ihm von Tag zu Tag, derselbe hielt ihn aufrecht in allen Versuchungen. Diese waren manchmal groß. Er eilte dann zu seinem Lieblingsplätzchen, zum Gnadenbilde der Muttergottes in der Kupfergasse. Dort erbetete er sich Kraft und erneuerte seinen Entschluß, Priester zu werden.“

So begann er im Sommer 1841 sein theologisches Studium in München, später in Bonn und im Kölner Priesterseminar. Die Priesterweihe war am 13. April 1845 in der Minoritenkirche in Köln, und er wurde zunächst Kaplan in Elberfeld.

Nach den Berichten von Zeitzeugen hielt Adolph Kolping sein Leben lang der Schwarzen Mutter Gottes in der Kölner Kupfergasse die Treue. Das war der Fall als er 1849 Domvikar am Kölner Dom wurde, und er den Kölner Gesellenverein gründete, denn er bezog eine Wohnung in der Nähe der Kupfergasse. Die Gründung der ersten katholischen Gesellenherberge erfolgte am 8. Mai 1853 in der Kölner Breitestraße 108 und am 1. Januar 1862 wurde er Rektor der Minoritenkirche.

Das erste Gesellenhaus in der Breite Straße 108Das erste Gesellenhaus in der Breite Straße 108

Adolph Kolping wurde 1862 Päpstlicher Geheimkämmerer und war ab 1863 publizistisch für das sich immer stärker ausbreitende Gesellenwerk tätig. Er schonte sich nicht und wirkte unermüdlich. Als er am 4. Dezember 1865 mit 52 Jahren starb, gab es weltweit bereits 400 Gesellenvereine. Zunächst wurde er auf dem Melaten-Friedhof in Köln beigesetzt. Später wurden seine Gebeine – seinem Wunsche entsprechend – am 30. April 1866 in die Minoritenkirche überführt.

Am 27. Oktober 1991 wurde er auf dem Peterplatz im Vatikan von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 4. Dezember.

Foto: Standbild des Gesellenvaters Adolf Kolping,
vor der Minoritenkirche Köln St. Maria Empfängnis

Der frühere langjährige Generalpräses (1972 – 2002) des Internationalen Kolpingwerkes, Prälat Heinrich Festing schrieb: „In besonderer Weise war Adolph Kolping der Schwarzen Mutter Gottes in der Kupfergasse in Köln zugetan.“


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