Geschichtlicher Überblick

Deutschsprachige Länder

In den Wirren nach der Reformation erkannte Papst Paul III. den von Ignatius von Loyola am 27. September 1540 gegründeten Jesuitenorden an. Das Ziel des Gründers war es, der Kirche nach der Spaltung zu helfen und ihr bei der katholischen Erneuerung da zu dienen, wo es nötig war.

Daher gründete Pater Jean Leunis 1563 am Römischen Kolleg bewußt vor einem Bild „Mariä Verkündigung“ seine Schülergemeinschaft, die er zu einer lebendigen Laienbewegung, zur Sodalität, zur ersten Marianische Kongregation, der „Congregatio Prima Primaria“ entwickelte.

In der Folge wurde sie die Haupt- und Mutterkongregation für alle Sodalitäten in der Welt. Alle Sodalitäten in der Welt wurden aufgrund eines päpstlichen Dekrets an die „Prima Primaria“ angeschlossen, und sie hatten die Verpflichtung, die Seelsorge nach Kräften zu unterstützen und zu ergänzen. Dadurch stellten alle ihre Kraft der Kirche zur Verfügung.

Solche Kongregationen wurden damals in ganz Europa und in Übersee ins Leben gerufen. Elf Jahre nach dem Kolleg in Rom kam es zu MC-Gründungen in Paris und Turin. Die erste deutsche Sodalität wurde 1573 am Dreikönigsgymnasium in Köln gegründet. Es folgten dann Dillingen, Fulda, Würzburg, Ingolstadt, Innsbruck, München, Münster, Augsburg, Altötting, Regensburg, Landsberg, Ingolstadt, Eichstätt, Bamberg, Amberg, Wien, Kaufbeuren, Burghausen, Straubing, Straßburg, Landshut, Mainz, Trier, Düsseldorf, Bonn, Aachen, Neuss, Graz, Salzburg, Bozen, Brixen, Herbstein, Nimwegen, Brilon und Freiburg i. B., die durch päpstlichen Erlaß alle an die „Prima Primaria“ angeschlossen wurden.

Bald gab es in Köln neun Sodalitäten, und es gehörte zum guten Ton, einer dieser Kongregationen anzugehören. Unsere „Marianische Männerkongregation 1608 Köln“ wurde im Geiste des hl. Ignatius von Loyola, am Dreikönigstag, dem 6. Januar 1608 vor dem Schrein der Heiligen Drei Könige unter dem Titel „Mariä Verkündigung“ durch Anleitung des ersten Präses, Pater Johannes Copper SJ, von drei Männern gegründet.

Sie legten das Gelöbnis ab, „Gott stets treu zu dienen, den wahren Glauben zu bewahren und Maria auf eine ganz besondere Weise zu lieben“. Unsere MC nannte sich damals „Bürger-Sodalität 1608“. Ort und Tag der Gründung waren Veranlassung, daß außer der allen Kongregationen gemeinsamen Patronin, der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, neben dem hl. Josef, auch die Heiligen Drei Könige als besondere Schutzheilige erwählt wurden.

Die „Bürger-Sodalität 1608“ wurde noch in demselben Jahr an die Haupt- und Mutterkongregation „Prima Primaria“ in Rom angeschlossen.

Alle dort registrierten Kongregationen wurden mit besonderen Privilegien und Ablässen ausgestattet.

Siegel des Jesuitengenerals unter dem Diplom des Anschlusses unserer Kongregation an die „Prima Primaria“ vom 25. Oktober 1608

Die erste Kongregationskirche unserer MC war seit 1608 die damalige Jesuitenkirche St. Maria Himmelfahrt in der Kölner Marzellenstraße.

Bald gehörte es in Köln zum guten Ton Mitglied unserer MC oder einer der vielen anderen Marianischen Kongregationen zu sein. So trat beispielsweise der bekannte Feldherr der katholischen Liga des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648), Graf Johann von Tilly (┼ 1932), als junger Mann bei einem Aufenthalt in Köln einer der vielen Kölner Sodalitäten bei.

In der Goldenen Bulle „Gloriosae Dominae“ stellte Papst Benedikt XIV. am 27. September 1748 den Kongregationen ein gutes Zeugnis für ein fruchtbares Wirken in zwei Jahrhunderten aus. Er bestätigte zugleich die von seinen Vorgängern gespendeten Gnadenerweise.

Wegen der Auflösung des Jesuitenordens 1773 durch Papst Klemens XIV. und nach Einzug der französischen Truppen in Köln mußte am 18. November 1798 der Umzug unserer Kongregation in die damalige Benediktinerabtei Groß St. Martin erfolgen. Anstelle der Jesuiten übernahmen nun die Benediktiner die seelsorgliche Leitung unserer Kongregation.

Neuzeit

Anzahl der in den 1930er Jahren an die „Prima Primaria“ angeschlossenen Kongregationen

Europa 1935 1936 1937 1938
England 19 33 35 33
Östereich
(III. Reich)
31 36 33 16
Belgien 7 28 24 24
Tschechoslowakei
(III. Reich)
21 23 17 5
Frankreich 15 34 16 53
Deutschland
(III. Reich)
216 138 83 41
Schweiz 22 23 18 18
Irland 14 12 9 17
Spanien
(Bürgerkrieg)
21 8 9 4
Ungarn 23 30 18 6
Italien 11 10 16 11
Jugoslawien 15 26 11 13
Portugal 14 12 6 3
Luxemburg 48
Niederlande 39 74 25 30
Polen 106 88 78 83
Rumänien 4 47
andere 6 23 7
Quelle: Archiv der Jesuiten im Vatikan 2007
Kontinent 1935 1936 1937 1938
Europa (s.o.) 578 676 421 364
Amerika 599 364 592 678
Afrika 0 13 17 17
Asien 36 70 87 45
Ozeanien 19 20 26 60
Quelle: Archiv der Jesuiten im Vatikan 2007
Kongregationen 1935 1936 1937 1938
weltweit 1.277 1.143 1.143 1.164
Quelle: Archiv der Jesuiten im Vatikan 2007

Durch die totale Zerstörung der Kongregationskirche Groß St. Martin im zweiten Weltkrieg fand unsere MC in den Jahren danach im zunächst provisorisch wiedereröffneten Kölner Dom eine neue Heimat. Die Sodalität fand also wieder an den Ort der Gründung zurück.

Am 27. September 1948 beglückwünschte Papst Pius XII. in der „Apostolischen Konstitution ‚Bis Saeculari’“ die Leiter und Mitglieder aller Sodalitäten. Er „bestätigte und bekräftigte feierlich alle Privilegien und überreichen Gnadenerweise, mit denen im Laufe von 400 Jahren“ seine Vorgänger „die Sodalitäten wegen der vielen und große Verdienste um die Kirche bereichert haben.“


Unsere MC
Mitgliedschaft < Geschichtlicher Überblick > Kongregationskirche St. Maria in der Kupfergasse